LIGA MANAGER Nico Sorgenfrey:

Liebe Besucher dieser Homepage,

ich möchte mich gerne mit ein paar persönlichen Worten aus meinem Amt des Liga-Managers verabschieden. Ab dem 30.06.2016 ist für mich offiziell Schluss, auch wenn bereits zum jetzigen Zeitpunkt alle Spiele gespielt worden sind und demnach diese Spielzeit beendet ist.

Die Saison in der Landesliga Hansa konnten wir sportlich sehr erfolgreich abschließen. Die Meisterschaft ist ein toller Beweis dafür. Nach einem zähen Beginn, in der sich die neu formierte Mannschaft erst einmal finden musste, kam unsere Truppe immer besser in Schwung und konnte sich bereits zur Winterpause ganz oben in der Tabelle festsetzen. In diesem Kalenderjahr waren wir die Gejagten, gaben uns bis auf wenige Ausnahmen keine Blöße und fuhren meines Erachtens völlig verdient die Meisterschaft ein.

Wir mussten in dieser Saison auch außerhalb des Platzes von Anfang an gegen viele Umstände ankämpfen. Aus meiner Sicht waren es zu viele Themen, die von den guten sportlichen Leistungen und Ergebnissen zu sehr ablenkten. Staffeleinteilung, Spielabsetzung gegen Bergedorf, Absage Hamm - SCP und Umwertung des Spieles gegen Kosova waren Dinge, die ich persönlich in Summe als zu viel empfinde. Nichtsdestotrotz konnten wir bei allen aufgelisteten Themen eine klare SPORTLICHE Antwort geben: Wir sind Meister geworden in einer Staffel, in der wir hätten niemals eingeteilt werden dürfen, wir haben Bergedorf zwei Mal klar geschlagen (8:0 und 5:0), auch Hamm haben wir deutlich im dritten Ansatz des Nachholspiels besiegt und auch Klub Kosova konnte uns trotz Umwertung unseres Heimspiels am Ende nicht mehr einfangen und vom Thron stoßen.

Anfang April hat sich der Vorstand des Vereins im gegenseitigen Einvernehmen mit unserem Trainer Olaf Ohrt darauf geeinigt zur kommenden Spielzeit getrennte Wege zu gehen. Nach kurzer Abstimmung haben Co-Trainer Helge Mau und ich uns ebenfalls dazu entschieden unser Amt nicht über die Saison hinaus weiter auszuüben. Die Enttäuschung sowie das Unverständnis über diese Entscheidung zwischen dem Vorstand und Olaf trug ich kurze Zeit mit mir herum. Der eingeschlagene Weg, leistungsbezogenen Fußball in Poppenbüttel anzubieten und durch den Aufstieg in die Oberliga ein Alleinstellungsmerkmal in HH-Alstertal zu schaffen, sollte weiter gegangen werden und nicht abrupt abbrechen.

Ebenfalls war der Zeitpunkt dieses Beschlusses äußerst schlecht, da die Saison kurz vor dem Abschluss stand. Ich habe daraufhin alle Mittel und Wege genutzt um mit dem Vorstand nochmals über eine weitere Zusammenarbeit in der neuen Saison zu sprechen um die Entscheidung zu überdenken. Der Vorschlag war befristet für ein weiteres Jahr in gleicher Konstellation weiterzumachen. Dazu haben wir Verantwortlichen uns bereit erklärt und auf alle Ansprüche und zu erfüllenden Voraussetzungen für die neue Spielzeit verzichtet, sodass wir dem Verein die Möglichkeit geben wollten sich anstatt weniger Wochen sondern in einem Zeitraum von 15 Monaten zu konsolidieren und sich „Olaf-Ohrt-unabhängig“ neu aufzustellen. Dieses ist, wie ich finde, eine sehr durchdachte und zukunftsoriente Lösung gewesen, die für alle Seiten positiv gewesen wäre. Leider ließ mich der Vorstand wissen, dass man den Beschluss nicht rückgängig machen werde und weiterhin zu der getroffenen Entscheidung steht. Als dann auch Olaf Ende April abermals auf den Vorstand zugegangen ist und versucht hat aktiv von seiner Seite das Weitermachen herbei zu führen, holte er sich ebenso eine Absage ab.

Ich kann es bis heute nicht nachvollziehen, warum der Vorstand den eingeschlagenen und von uns vor zwei Jahren einvernehmlich abgestimmten Weg leistungsbezogenen Herrenfußball zu betreiben nicht weiter gehen will. Diese Entscheidung und den Beschluss nicht für die Oberliga zu melden, finde ich persönlich mehr als fahrlässig und hat für keine der betroffenen Parteien, sei es für den Vorstand, dem Gesamtverein, für die Fußballabteilung inkl. Jugend oder auch der Ligamannschaft positive Aspekte. Mir ist wichtig darzustellen, dass alle Entscheidungsträger vor zwei Jahren grünes Licht für ein Engagement von Olaf Ohrt bei uns im Verein gegeben haben. Was ich damit sagen will: Der Vorstand wusste auf wen man sich einlässt. Man kannte Olaf so wie er ist, mit all seinen Ecken und Kanten. Dieses nun öffentlich so darzustellen, dass genau diese Ecken und Kanten ausschlaggebend für das Aus des Spielbetriebes der Ligamannschaft verantwortlich sind, ist ein sehr großes Schuldeingeständnis aller im Vorstand tätigen Personen. Nur wegen einer Person (Olaf Ohrt) soll alles zusammen brechen? Da stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht. Und wenn ich nüchtern auf das sehe, was Olaf sich angeblich geleistet haben soll, um derartige Entscheidungen des Vorstands zu rechtfertigen, dann kann ich beim besten Willen kein Interview in der Öffentlichkeit lesen, die diese Begründung nur im Ansatz belegen. Wenn man mit Olaf oder uns den Verantwortlichen der Ligamannschaft ein menschliches Problem hat, dann soll man auf uns zukommen und wir reden darüber. Jedoch in aller Konsequenz mit diesen Begründungen einen Schlussstrich zu ziehen, ist äußerst merkwürdig. Das ist nicht das Poppenbüttel was ich schätzen gelernt habe.

Als ich vor drei Jahren als Liga-Manager in dieses Amt eingetreten bin, wurde als mittelfristiges Ziel ausgemacht die Ligamannschaft sportlich so gut wie möglich aufzustellen und so hoch wie möglich spielen zu lassen. Des Weiteren wollte man verstärkt auf die eigene Jugend setzen, in dem Bewusstsein, dass man wahrscheinlich erst mit dem 99er Jahrgang unter der Leitung von York Männich (U17 Oberliga) dieses Ziel umsetzen kann. Mit der nun getroffenen Entscheidung geht der Vorstand in genau die entgegengesetzte Richtung. Mit der Entscheidung nicht für die Oberliga zu melden, wird man den Spielern in den SCP-Jugendmannschaften, die leistungsbezogenen Fußball spielen wollen, keine Perspektive bieten können. Die Spieler werden abwandern und in die umliegenden Stadtteile bzw. Vereine gehen. Talente gehen verloren, da sie nicht bis ins Jahr 2020 warten wollen, wenn bis dahin überhaupt zwei (!) Aufstiege gelingen sollten! Und das kann nicht im Sinne eines Gesamtvereins sein!

Ich möchte deutlich betonen, dass ich in meiner Amtszeit alles erdenkliche in meiner Macht stehende getan habe um im Sinne des SC Poppenbüttel sportlichen Erfolg zu haben. So war es beschlossen und von allen Verantwortlichen abgesegnet. Damit sich der Verein auch neben dem Platz weiterentwickelt, habe ich diverse Vorschläge für Veränderungen (Spielgemeinschaft mit dem Lemsaher SV, Ausgliederung der Fußball-Ligamannschaft, etc.) gemacht. Veränderungen, die nicht nur für die Ligamannschaft sondern für den Gesamtverein positiv wären. Ich habe schnell gemerkt, dass man sich gerne Vorschläge zur Verbesserung angehört hat, jedoch kaum einen Willen gezeigt hat um Veränderungen mitzugehen.

Es ist wirklich schade und es macht mich persönlich auch tief betroffen, dass ich versucht habe Dinge zu bewegen und zu verändern. Jetzt wird auf Flugblättern mein Name in Verruf gebracht und mich dafür in die Verantwortung genommen, dass der Verein nicht für die Oberliga meldet, weil man sich das angeblich nicht leisten kann. Zitate von mir aus dem Jahr 2014 werden abgedruckt und ich werde öffentlich an den Pranger gestellt. Ich distanziere mich nicht nur über diese Vorgehensweise, sondern verurteile diese aufs Schärfste. Ich habe mir überhaupt nichts vorzuwerfen. Wenn der Vorstand keinen Plan B für das Ausscheiden des Hauptsponsors hat, zwei Jahre Zeit dafür waren da, ist das nicht meine Angelegenheit. Die Entscheidung nicht für die Oberliga zu melden, und das muss ich hier in aller Deutlichkeit darstellen, ist ebenfalls nicht auf meinem Mist gewachsen.

Ich bleibe dabei, die Entscheidung des Vorstands finde ich hochgradig fahrlässig und nicht im Sinne des Vereins SC Poppenbüttel und deren 4000 Mitgliedern. Dennoch werde ich diese Entscheidung akzeptieren. Ich habe meine persönlichen Konsequenzen gezogen und werde den Verein nach sehr langer Zeit verlassen. Ich habe weiterhin Lust eine Mannschaft, welche leistungsbezogenen Fußball spielt, zu begleiten und beim Fußballspielen zuzusehen.

Leider ist die Situation nun so wie sie ist. Der Vorstand hat entschieden und demnach gibt es in der kommenden Saison nicht Oberliga- sondern leider nur Kreisliga-Fußball in Poppenbüttel. Der Verein und das Umfeld lag mir immer stets am Herzen. Ich bin über 30 Jahre Vereinsmitglied und habe aktiv im Fußball-Ligabereich ob nun als Spieler, Co-Trainer, Trainer oder Liga-Manager seit 1999 vieles gemacht. Irgendwann ist es an der Zeit Auf Wiedersehen zu sagen. An dieser Stelle möchte ich mich bei ganz vielen Leuten für das herzliche Miteinander bedanken. Unseren Spielern der Ligamannschaft möchte ich als erstes danken. Der Charakter und der Zusammenhalt dieses Teams ist wirklich überragend. Danken möchte ich auch dem Trainer- und Betreuerteam. Olaf, Helge, Rainer, Benni, Holger und Daniel ihr seid geile Typen! Auch wenn ich bei einigen Dingen nicht der Meinung des Vorstands war und mich mit der letzten Entscheidung überhaupt nicht anfreunden kann, bedanke ich mich trotzdem für die gemeinsame Zeit bei allen Vorstandsmitgliedern sowie dem Geschäftsführer Wolfgang Haumüller. Es war immer, auch bei Meinungsverschiedenheiten, ein sehr respektvoller und wertschätzender Umgang. Danke für die Unterstützung an das Team vom Clubeim um Manu, Reggie, Toni und Julia, an die gesamte zweite Mannschaft sowie dem Trainerteam Ille & Schulle und Betreuer Klaus denen ich auf diesem Weg viel Erfolg für die nächste Serie wünsche, an unseren Stadion-Sprecher Peter Elsner, an das Team von unserem Sport-Ausstatter BS-Sport von Kerstin Spietz, an unseren Fußball-Abteilungsleiter Ralf Burchhardt, an unsere Platzwärte Bernd Lüdeke und Bernd Kedro, an Rüdiger Voß (Fußball-Jugendleiter), an das Trainer- und Betreuerteam des 97er Jahrgangs um Barbara Pohlmann, an York Männich und Maik die einen hervorragend 99er Jahrgang ausbilden, an den 09er Jahrgang unserer Einlaufkindern um Coach Ingmar, an alle Mitglieder des Club100, an die anderen Abteilungen wie beispielsweise die des Leichtathletik um Hendrik Voigt, an die Sportfreunde vom Lemsahler SV Rainer Bruhns und Thomas Ertl, an den Stadtteilpolizisten Hr. Meins, an unseren Rechtsanwalt Alexander Fuchs, an alle Pressevertrer von Fussifreunde oder auch SportMikrofon, und und und... Ich hoffe ich habe niemanden vergessen. Falls doch, seht mir das bitte nach.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen weiterhin eine schöne Zeit, nur das Beste und bleibt bitte alle gesund!

Herzliche Grüße
Nico Sorgenfrey